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Gewaltfreie Kommunikation - Wut

Teil 1 zum Thema Gehaltfreie Kommunikation

Wie man Beziehungen zerstört.

Quelle: David Servan-Schreiber, Die neue Medizin der Emotionen, Stress, Angst, Depression: Gesund werden ohne Medikamente, goldmann-verlag, 2006, München, original 2003; Was deine Wut dir sagen will. Überraschende Einsichten, Marschall B. Rosenberg, Hörbuch, 13.12.10, steinbach sprechende bücher, ICL Umgang mit Gefühlen, Grundlagenseminar 5


Nichts ist so schlimm für unser emotionales Gehirn wie ein Beziehungskonflikt. Wenn wir Menschen Probleme haben, dann sind es Beziehungsprobleme; einen Konflikt mit mir zu anderen, oder zu mir selbst, zu der Welt oder zu Gott. Selbst eine Krankheit wird erst dann wirklich zum Problem, wenn ich mich in meinem Sein eingeschränkt sehe, ich kann nicht mehr der sein, der ich gerne wäre und das tun, was ich gerne tun würde, das ist das eigentliche Problem aus seelischer Sicht. Dafür finden wir unser höchstes Glück darin, wo wir es mit jemandem oder anderen teilen können. Wenn unser Innerstes berührt wird, sind unsere Emotionen mit im Spiel, im Positiven wie Negativem. Das macht sich die Werbeindustrie, sowie die Unterhaltungsbranche zu nutzen. Das Gefühl für Nähe und Verbundenheit, ist essentiell für uns Menschen, darum ist emotionale Gewalt so massiv schlimm für uns. Liebe und Hass speist sich aus demselben Kanal, ihm steht nur Emotionslosigkeit/Desinteresse gegenüber. So laufen wir mit unserem Bedürfnis nach Harmonie und Gemeinschaft auch immer Gefahr Opfer von der Alltagsgewalt schlechthin zu werden: Ablehnung.


Affekte und Liebe als biologisches Bedürfnis

Das Säugetiergehirn unterscheidet sich erheblich vom Reptiliengehirn. Vögel und Säugetiere, also auch wir Menschen, sind alle mit einem limbischen System (emotionale Gehirn) ausgestattet; es ermöglicht uns Bindungen einzugehen und Beziehungen zu leben, auf Zuwendung zu reagieren. Wir haben eigens dafür ein Areal im emotionalen Gehirn für Laute und Töne also stimmliche Verständigung ohne Worte, so dass auch Eltern auf ihre Kinder reagieren, wenn diese sich noch nicht richtig ausdrücken können und nur ein Weinen, Schreien, etc. ihre Sprache darstellt. Nebenbei erklärt das auch warum Musik uns so viel emotionaler berühren kann, als es blosse Worte tun, wir reagieren viel intensiver auf Rhythmus, Beat oder Melodie-Töne, als auf textlichen Sprach-Töne. Sprache berührt mehr unseren Verstand und Geist, Emotionen sitzen bei uns viel körperlicher, seelischer.

Also jedes Säugetierbaby schreit, brummt, knurrt, gurgelt, quietscht, usw. um die Aufmerksamkeit seiner Mutter zu erhaschen. Dabei ist nicht mal das eigentliche, die Milch, Nahrung oder Wärme zuführen, das wichtige, sondern die Zuwendung. Liebe ist für Säugetiere und uns Menschen ein essentiell biologisches Bedürfnis. In Beobachtungen und Versuchen wurde ersichtlich das körperliche Entwicklungsvorgänge von Babys und Jungtiere in eine Art Winterschlaf verfallen wenn ihnen Zuwendung entzogen wird! Durch Isolierung (Vereinsamung) stoppt in den Zellen die Produktion für Wachstumsenzyme und das Immunsystem leidet. Die Physiologie von Säugetieren entgleist wenn emotionale Beziehungen nicht mehr gewährleistet sind. Weiter entdeckte man bei Ratten, dass sich die mütterliche Anwesenheit, also ihre Ratten-Mutter-Liebe, insgesamt 15 Körpervorgänge der Babys reguliert, wie Herz-, Schlaf-Wach-Rhythmus, Immunsystemrelevante Zellsysteme beeinflusst, sowie Blutdruck und Körpertemperatur. Bei uns Menschen fand man heraus, dass besonders das Einfühlungsvermögen der Eltern auf die kindliche Bedürfnisse Einfluss nimmt auf das parasympathische Nervensystem und somit den kohärenten Herzrhythmus, was sich wiederum in der Widerstandskraft gegen Stress und Depressionen zeigt.


Es ist also erwiesen das wir am Anfang unseres Lebens körperlich wie seelisch darauf angewiesen sind, dass wir Zuneigung erfahren, und als Erwachsene? Man konnte in Erfahrung bringen, dass die Lebenserwartung von verwitweten Männer deutlich niedriger ist, als von jenen deren Frauen noch leben. In einer Studie konnte gezeigt werden wo Männer überzeugt waren, dass ihre Frauen sie lieben würden geschützter gegen Risikofaktoren waren, als jene die sich ungeliebt fühlten. Auch bei Frauen fand man ähnliche Ergebnisse. Witzigerweise gleichen sich Menstruationszyklen von Frauen an, wenn sie zusammen leben oder auch nur sich über die Zeit während der Arbeit am gleichen Ort befinden. Dieses Phänomen verstärkt sich noch, wenn sie sich mögen und befreundet sind.


Als Fazit können wir nun sehen dass Körperfunktionen bei sozialen Säugetieren nicht unabhängig funktionieren, sondern mit den engsten emotionalen Bindungen verknüpft sind. Drei Psychiater der Universität San Francisco (Th. Lewis, F. Amini, R. Lannon) haben diesen Zusammenhang «limbische Regulation» genannt und verdeutlicht, dass jene affektive Beziehungen, wie ein Medikament oder chirurgischen Eingriff betrachtet werden kann, sprich Liebe ist Heilmittel und Krankheits-Prävention.


Insbesondere Langzeitsingles, Geschiedene, verwitwete, behinderte und ältere Menschen profitieren von Haustieren wenn sie unter Sinnlosigkeit und Einsamkeit leiden. Jene Menschen brauchen weniger ein Antidepressiva oder Angstlösende Medikamente, sondern eher einen Hund, Katze oder ähnliches. Dr. Allen von der Universität Buffalo konnte in seinen Studien zeigen, dass Tiere helfen einen den Blutdruck ihrer Besitzer zu stabilisieren, ach in Stressphasen und dass ältere Damen (über 70J.) mit einem Haustier denselben Blutdruck haben wie sozial aktive 25-Jährige Frauen. Durch das man einem oder mehreren anderen Wesen Liebe, Zuwendung und Aktivität schenken, erlebt man (wieder) Verantwortung, Handlungskompetenz, Sinn und Gemeinschaft, die natürlich eine menschliche Beziehung nicht ersetzt, doch sie leiden bedeutend weniger unter den depressiven Folgen eines Einsiedlerlebens, den man wird gebraucht und profitierten von der allg. Selbstwertsteigerung. Für den Anfang reicht bereits eine Zimmerpflanze an die man gelegentlich denken muss. Wichtig ist die Gewissheit, dass da ein anderer ist, wo wir ganz wir selbst sein können, ohne dass wir uns verstellen, zu schämen oder verstecken brauchen. Wir müssen erleben, dass wir uns authentisch zeigen können und dass ein andere uns so annimmt wie wir sind. Unser emotionales Gehirn will sich mit seinen Gefühlen verstanden wissen, dabei brauchen wir ein Minimum an warmherzigen Kontakt. Wie Pflanzen das Licht, brauchen wir die Liebe von einem Gegenüber, ansonsten versinken wir in Depression und Angst.


Da das erstmal etwas unwissenschaftlich wirkt, erwähne ich die Untersuchungen, wie jene aus dem American Journal of Cardiology, dass Patienten, welche einen Herzinfarkt und folgende Herzrhythmusstörungen erlitten, ein sechs mal geringeres Risiko hatten mit einem Haustier innerhalb des Folgejahres zu sterben. Es zeigte sich auch, dass ältere Menschen mit Haustieren psychisch stabiler sind und seltener zum Arzt müssen, als jene ohne Tiere. Die Universität Harvard fand heraus, dass die Sterblichkeit von Altersheimbewohner sich um die Hälfte reduziert, wenn sie sich nur jeweils um eine Zimmerpflanze kümmern müssen! Börsenmakler, also Menschen mit besonders viel Stress, die Hunde oder Katzenbesitzer sind leiden zudem seltener unter Bluthochdruck, Aidskranke weniger unter Depressionen und als Tierbesitzer soll man sogar attraktiver auf seine Mitmenschen wirken. So können Haustiere wie etwa Hunde, Meerschweinchen, Wellensittiche oder Katzen uns Menschen etwas zurückgeben, unser biologisches Bedürfnis abdecken, wie es z. B. Schlangen, Fische, Geckos oder Leguane eher nicht können. Wir brauchen Gefühlsbotschaften, emotionalen Kontakt, das eben eher Säugetieren und Vögel mit einem emotionalen Gehirn gegeben ist.


Nun obwohl die Wissenschaft diese Umstände der limbischen Regulation kennt, wird es nicht wirklich umgesetzt. Womöglich, weil sich damit kein Geld verdienen lässt wie mit pharmazeutischen Medikamenten oder chirurgischen Eingriffen, leider. Man bekommt keine Haustiere in Apotheken, die die Krankenkasse bezahlen würde.



Gewaltfreie Kommunikation

Eine gesunde Kommunikation hat nicht nur mit gesundem Menschenverstand zu tun, selbst der ist nicht so selbstverständlich, sie stabilisiert unser emotionales Gehirn und erleichtert ungemein Beziehungen. Emotionale Kommunikation erlernt man nicht in einem Tag oder einem Jahr. Es erfordert nicht nur ein tägliches Training, man hat es auch nie abgeschlossen; man kann immer noch besser werden.


Gefühle (Emotion, lat. emovere = «herausbewegen») sind immer Werkzeuge um uns zu einer Tat zu bewegen. Dabei dienen sie unseren Herzens-Bedürfnissen bzw. Motiven. Wir werden belohnt mit guten Gefühlen bei Bedürfnisbefriedigung bzw. mit unguten Gefühlen gedrängt Bedürfnisse zu erfüllen. Wut und Ärger stellt sich hingegen ein, wenn wir von unseren Bedürfnissen abgelenkt sind, nicht mit ihnen in Kontakt sind (Inkohärenz), sondern Gedanken folgen über die Fehlerhaftigkeit anderer Menschen. Nun liegt die Motivation darin zu verurteilen und zu bestrafen, aber nicht unser Bedürfnis zu erfüllen.

Wenn wir nun aus der Position heraussprechen mit Verbindung zu unseren Bedürfnissen, wahren wir die Menschenwürde anderer und unserer. Dies eröffnet andere neue Denk- und Handlungsweisen.


Gefühle sind nichts was wir unterdrücken sollten, sondern mehr ein Produkt unseres Denkens und gerade Wut eine Reaktionsfolgerung auf unsere unerfüllten Bedürfnisse. Gewaltfreie Kommunikation hilf in der Interaktion mit anderen und unseren Emotionen konstruktiv umzugehen. Sie beinhaltet:

  • Aus dem Herzen leben

  • Urteilsfreies Beobachten

  • Sich seine Gefühle und Bedürfnisse bewusst werden

  • Klare Bitten formulieren

  • Gemeinschaft fördern


Welche Ereignisse führen dazu das manche Menschen sich gewalttätig, ausbeuterisch verhalten und auf Rache sinnen, wo andere sich hingegen einfach nur wünschen, dass solche Ereignisse niemandem mehr wiederfahren sollen? Da ist kein Verlangen nach Bestrafung, wo liegt der Unterscheid? Welche Erziehung hilft also einfühlsam zu bleiben, selbst wenn sich andere gewalttätig und ausbeuterisch verhalten?

Diese 3 Faktoren sind entscheidend warum oder wann manche gewalttätig und andere einfühlend reagieren:

  • Die uns vermittelte/vorgelebte Sprache

  • Die beigebrachte/vorgelebte Art zu Denken und kommunizieren

  • LS-Strategien um uns und andere zu beeinflussen/ individuelle Durchsetzungsmuster

Dabei zeigt sich das die Komponenten der Gewaltfreien Kommunikation GFK den individuellen Beitrag zum eigenen Wohl und das der Gemeinschaft fördert. Dabei liegt der Fokus darauf ob die Bedürfnisse der Menschen erkannt und gestillt werden und was wir dazu tun können, wenn dies nicht der Fall ist. Die GFK verhilft dass wir uns so verhalten können, dass andere mit höhere Wahrscheinlichkeit aus freiem Willen zu unserem Wohl beitragen, sowie wir zu ihrem.







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