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Basis der Gesundheit, auch der Mentalen 1 - Essen

Teil 1/3 der Serie des Buches Eat - Move - Sleep von Tom Rath

"Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr (somit) nicht euch selbst gehört?" Bibel, 1. Korinther 6, 19

Quelle: Rath, Tom. EAT MOVE SLEEP, Was uns wirklich gesund macht. München: Wilhelm Goldmann Verlag, 2015; Svenja Hillmann. Chronische Erkrankungen; Was dein Geburtsmonat über deine Gesundheit verrät. Blogbeitrag, Cosmopolitain.de, 27.6.2017; 17:10.


Diät – Grundlage deiner Ernährung

In unserem Überfluss in Europa, kämpfen wir eher damit mit dem Zuviel klar zu kommen, statt mit dem Zuwenig. Sehr viele von uns haben Übergewicht oder sind immer wieder gefordert es zu verhindern. Deshalb tendiert der Text zum Thema Abnehmen.


Nun, es ist gar nicht so einfach abzunehmen. Wir, die uns westlich ernähren, stossen bei diesem Unterfangen ziemlich schnell auf „Diäten“. Diäten sind spezielle Ernährungsformen. Doch die klassische Zeitschriften-Diät, welche 10 kg in 2 Wochen verspricht, ist oftmals nur auf kurzfristige Erfolge und nicht auf nachhaltige Ziele ausgelegt. Unsere Gesundheit steht weniger im Fokus, als der blosse Gewichtsverlust. Und das ist der Fehler. Wenn Sie denken, Sie möchten Gewicht verlieren, glaubt Ihr Körper Sie möchten ihm etwas wegnehmen! Denn Ihr Denken findet im Hirn statt und das ist auch ein Körperorgan und geht am Gesamtorganismus nicht heimlich vorbei. Arbeiten Sie nicht gegen Ihren Körper, denn er wird versuchen Ihr «Schaden» auszugleichen. Gewichtsverlust ist für ihn wie ein Besitz-Verlust. Ganz egal ob Sie sich bewusst sind, dass Sie ihm etwas wegnehmen oder nicht! Wenn Sie verstehen wie er funktioniert, verstehst Sie wie Sie funktionieren, ja ein Stückchen mehr wer Sie sind. Denn Körperunzufriedenheit, hat auch sehr viel mit unserer Identität zu tun. Wer wir sind und sein wollen. Seele und Körper sind in der Individualpsychologie eng miteinander verwoben. Wir sind eine Seele in einem Körper. Ein seelisches Problem ist immer auch ein körperliches Leiden und umgekehrt. Darum denken Sie nicht: ich will abnehmen, sondern: ich will gesund werden! Gesund werden ist ein Gewinn für Seele und Körper. Denken Sie nicht der Körper soll mir endlich mal gehorchen! Gehorchen Sie, Ihre Seele, seiner Gebrauchsanweisung! Horchen Sie mal! Hören Sie in sich hinein und dienen Sie sich selbst. Denn wenn Sie Ihrem Körper dienen, dient er Ihnen sowieso.

Das bedeutet also Arbeit an Seele und Körper und das passiert nicht von heute auf morgen. Was ganz und gar nicht dem Motto unseres heutigen Zeitgeistes entspricht:

z. B. Ich will möglichst viel abnehmen, jetzt sofort, mit geringstem Aufwand und Investition.

Doch eine gesunde Ernährungsform zu finden, heisst zuerst einmal:

Ich werde langsamer abnehmen, längerfristig, mit grossem Aufwand und etwas Investition.

Doch es ist nicht einfach die richtige Ernährungsform zu finden, denn wir sind alle anders und verdauen und verstoffwechseln anders als andere.


Merk dir: Wir sind alle gleichwertig aber andersartig. Du bist also einzigartig, einmalig und deshalb brauchst du eine individuelle seelische und körperliche Ernährung. Denn Nahrungsmittel wirken auch auf unser Gehirn und somit auf unsere Psyche.

Körper, Seele und Geist sind enger miteinander verwoben, als wir uns manchmal bewusst sind. Gut soweit, bleiben wir bei den Diäten.


Fett-arm

Sogar altbekannte klassische Diäten versagen dabei, da sie zu wenig durchdacht sind. Die Diäten, die wir heute kennen, kamen erst nach dem 2. Weltkrieg auf, als der Wohlstand kam und sich die europäisch-westliche Welt wieder erholt hatte. In der damaligen Küche war Fett immer gut vertreten, denn es gab nicht den Überfluss des Essens und Fett ist nun mal ein guter Energielieferant. In den 90er war „Fettarm“ die Diät schlecht hin! Überall entstanden Light-Produkte, die meist künstlich und teuer waren und sich heute noch in den Regalen finden lassen. Weggelassen oder ersetzt werden vor allem tierische Fette, wie Milchprodukte oder Fleisch- und Wurstwaren, was vorteilhaft ist. Jedoch meidet man bei dieser Ernährungsform auch pflanzliche Fette und diese sind für unsere Gesundheit sehr wichtig. Das natürliche Fett wird dabei meist durch Zucker, also Kohlenhydrate ersetzt, damit ein möglichst ähnlicher Geschmack erhalten bleibt. Was das ganze zwar fettärmer, jedoch nicht Körperfettärmer macht. Der zusätzliche Zucker hat einen stärkeren Blutzuckeranstieg zur Folge. Dieser knallt umso höher wieder runter und man hat schneller Hunger. Zudem wird zu viel Zucker auch wieder in Körperfett umgewandelt. Das Fett in der Nahrung hilft entscheidend bei der Sättigung, sowie der Aufnahme bestimmter Vitamine. Literatur. Fett ist nicht der Übeltäter.

Vegetarische Ernährung findet Beliebtheit (so isst man kein böses Tierfett) und wird auch von der Gesundheitsindustrie unterstützt. Denn wenn man auf bestimmte Dinge achtet, kann man sich einer wirklich langfristigen, guten Gesundheit erfreuen. Wenn man nicht aufpasst, kann man aber auch als Vegi/Veganer Mangelerscheinungen bekommen oder übergewichtig werden. Denn zu viel Vegi/Vegan-Zucker wird an uns auch in Körperfett sichtbar.


Kohlenhydrat-arm

Da die Menschen durch „Fettarm“ i. d. R. nicht abnahmen, sondern das Gewicht der Durchschnittsbevölkerung anhob(Literatur), folgte die „Low-carb-Bewegung“ (Kohlenhydrat-arm). So einfach sind wir Menschen. Wenn der Sündenbock nicht herzuhalten scheint, suchen wir uns eben einen anderen. Dass die Verantwortung bei uns liegt, will niemand, wirklich niemand, hören! Doch es ist so wichtig, dass das uns bewusst wird.

Da Kohlenhydrate also das neue Gift sind, essen die Leute überwiegend Protein/Eiweisshaltige Speisen, also wieder sehr viel tierische Fette. Denn wenn ich kein Brot, Kartoffeln, Reis, Nudel, z.T. Früchte und Müsli nicht mehr essen kann, bleibt bei der westlichen Ernährung nur noch Fleisch, Geflügel und Milchprodukte als Hauptnahrungsmittel, da Gemüse und Hülsenfrüchte stets Beilagen sind. Eiweiss scheint auf den ersten Eindruckt nur positive Effekte zu haben, denn der Körper macht bei Überschuss kein Körperfett daraus und es sättigt super. Das Zuviel an Protein wiederum, muss die Niere und der Darm aus uns rausbringen. Sind diese überlastet wird unser Darm krank und wir können Nierensteine und weitere üble Sachen produzieren, die sogar dauerhaft bleiben können. Unser Körper ist ein ausgezeichneter Alles-Esser. Wir haben Backenzähne (für pflanzliche Mahlzeit) und Schneidezähne (für tierisches Fleisch) und wir sind keine Fehlkonstruktion. Wenn der Körper jedoch nur einseitig gefüttert wird, bekommt er seine Probleme, denn dafür ist er nicht gemacht. Also lieber von allem ein bisschen! Ausserdem sind billige tierische Proteine leider oft mit Antibiotika und Hormonen aus der Masttierhaltung durchseucht, was wiederum Einfluss auf unsere Darmflora, Hormonhaushalt und Immunsystem nimmt. Ja natürlich sind nur so viel E-Nummern und Zusätze drin, wie es der gesetzliche Rahmen zulässt, doch der lässt so einiges zu.


Du bist, was du isst, heisst es im Volksmund. Richtiges und falsches Essen kann uns, je nach Menge, krank machen, oder gesund erhalten. In einen Benzinmotor schütten Sie auch kein Diesel rein, oder? Entscheiden Sie sich. Was ist es Ihnen Wert?


Gesundes Abnehmen

Wenn Sie also gesund werden wollen und dabei ein paar Pfunde purzeln, machen Sie sich bewusst, dass es ihre volle Verantwortung in Anspruch nimmt, eine längerfristige Sache wird, sie sehr an ihrem Denken und Handeln arbeiten müssen, ja vielleicht seelisch was aufarbeiten müssen, es durchaus genussvoll sein kann weniger Fett und Kohlenhydrate zu essen als gewöhnlich, aber es eine Art Genuss sein wird, der sich erst einstellen muss, denn wir sind uns das Gift gewöhnt. (Hin und wieder ist auch Sündigen drin, denn eine Studie hat ergeben, dass man damit sogar erfolgreicher ist beim Abnehmen! Und es fordert auch eine finanzielle Investition Bioprodukte zu kaufen. Dabei gebe ich zu bedenken, dass wenn wir krank werden, uns auch nicht scheuen teure Medikamente zu kaufen. Denn dann müssen wir! Vieles was sehr Wichtig für unser Leben ist, ist oft nicht dringend oder erachten wir auf den ersten Blick nicht für nötig. Doch längerfristig gesehen, entscheidet unser Handeln heute, unsere Zukunft von morgen.


Wichtiger als Kalorien, ist zuerst Mal das Produkt

Der Verkaufsmarkt ist leider nicht wirklich um unsere Wohlergehen besorgt. Es gilt das Gesetzt der Wirtschaft: Angebot und Nachfrage. Wenn sich im Moment Low-carb gut verkaufen lässt wird das so ansprechend wie möglich deklariert. Ist Vegan in, kommt auch auf die Karotte ein Vegan-Logo. Doch vegane und low-carb Produkte sind z. B. nicht unbedingt fettarm oder zwingend gesund! Je verarbeiteter das Produkt, desto genauer sollten wie die Inhaltsstoffe betrachten. Du wählst lieber „natürliche“ Arzneimittel? Wieso wählst du denn nicht auch lieber natürliche Lebensmittel oder Getränke?

Kalorie ist nicht gleich Kalorie. Wir sollten darauf achten was genau wir eigentlich gerade kauen und schlucken. Die meisten von uns nehmen zu viele einfache Kohlenhydrate zu sich und zu wenig Eiweiss. Das sage ich nicht, weil ich mich der Low-carb –Bewegung angeschlossen habe, sondern weil das ein Fakt ist. Wenn wir abgepackte Produkte kaufen liegt das Verhältnis von Kohlenhydraten zu Eiweiss oft auf der vielfachen Seite der Kohlenhydrate. Wie bereits erwähnt wurde bei div. Light-Nahrungsmittel das Fett durch Zucker ersetzt, was dazu führt, dass wir unweigerlich zu grosse Mengen an Zucker essen. Wie das beste Verhältnis für ihr Körper aussieht kann ich Ihnen nicht sagen, aber achten Sie doch darauf, dass Sie bevorzugt Fertigprodukte essen bei denen das KH:Eiweiss-Verhältnis 5:1 nicht übersteigt. Bei vielen Chips oder Getreideprodukten sind sie locker bei einem Verhältnis von 10:1. Wenn sie trotzdem mal Lust auf so was haben, gönnen sie sich bewusst eine kleine Portion davon, am besten direkt nach einer Hauptmahlzeit. Dann gleicht sich das Nahrungsmittel mit dem Speisebrei im Magen ein bisschen aus und der Körper ist bereits auf viel Nährstoffe vorbereitet. So muss ihr Blutzucker kein Ping-pong spielen und der Körper ist schon im Verdauungsprozess.


Den Zucker-Kreislauf durchbrechen

Es gibt Leute die essen nicht viel, aber immer wieder über den Tag verteilt kleine Süssigkeiten, die auf den ersten Blick gar keine sind. Ein Beispiel:

Einen Light-Fruchtjogurt und Toastbrot mit Light-Butter und Light-Marmelade zum Frühstück, kleiner Fruchtsaft zur Motivation im Büro, Pfefferminz-Bonbons zwischendurch, Light-Milchkaffe mit einem Farmerriegel in der Pause, Salat mit etwas Hähnchen, Himbeersahnesauce und Croutons plus ein paar Lachgummibeeren, sind ja Vitamine drin, zum Mittagessen. Am Nachmittag braucht es unbedingt starker Kaffee, auch gerne mit Zucker oder Süssstoff und paar Trockenfrüchte. Viel Trockenfrüchte! Sie haben ihr Nachmittagsloch. Dann endlich Feierabend! Da habe ich mir diesen kleinen Schokoriegel verdient. Zu Hause Abendbrot kleine Portion Spaghetti mit Tomatensauce und später vor dem TV ein paar Popcorn und noch eine kleine Honigmilch bevor man ins Bett muss. – Und mitten in der Nacht wirst du wach und denkst, ich habe doch gar nicht so viel gegessen heute! Und schon findest du dich hinter dem Kühlschrank um 03.00 Uhr...


Zucker, Zucker, Zucker! Unser Blutzucker fährt Achterbahn und die Fettverbrennung kann gar nie starten! Dazu müsste der Blutzucker langsam in ein Bereich fallen, wo es dem Körper zeitlich möglich ist, die Fettverbrennung anzuschmeissen. Wenn wir alle 2h etwas zu uns nehmen, geht das nicht. Das andauernde Essen ist nicht nur schlecht für’s Abnehmen und den Darm, es ist auch für ihre Seele schlecht, denn Sie essen sich nie satt und machen sich vor allem was vor! Jeder Happen summiert sich. All diese Frucht-Alternativen sind reine Zucker-und-Fruchtzucker-Bomben, schlimmer geht’s nimmer. Milchprodukte haben Milchzucker, Fruchtjogurt ist die Zuckerbombe schlechthin, je weniger Fett, desto übler für den Blutzucker, ausserdem geht wertvolle Linolsäure flöten, die nur im Milchfett ist. Diese wäre stoffwechselanregend und würde beim Abnehmen helfen (Ja, Fett hilft beim Abnehmen). Tomate ist auch eine Frucht, hat also auch natürlichen Zucker. In Saucen wird meist noch zusätzlich Zucker zugefügt. Gummibeeren haben zwar kein Fett, dafür doppelt so viel Zucker. Nudelgerichte sind zwar Stärke-haltig, doch durch die Schälung der Korns, werden die Spaghetti hell und verlieren an Ballaststoffe. So sind sie auch ratz-fatz zu einfachen Kohlenhydrate umgewandelt und schlussendlich Zucker.


Bei Zucker spricht man oft von einer Giftwirkung, weil es für so viele Krankheiten mitverantwortlich ist: Übergewicht, Diabetes, Herzkrankheiten, etc. Zucker wird dabei auch Mal als „Naschwerk für Krebszellen“ bezeichnet, da es Entzündungen fördert, was wiederum Alterungsprozesse und Tumorzellen begünstigt. Je mehr Zucker, desto mehr Entzündung im Körper, desto schneller altert man innerlich und äusserlich. Kein Witz! Also verkleinern sie ihr Krebsrisiko bzw. verlängern Ihre Lebenszeit, wenn sie Zucker auf dem Speiseplan reduzieren. In der Forschung wurde sogar nachgewiesen, dass höhere Blutzuckerwerte, welche noch im obersten Normalbereich liegen, auf Dauer mitschuldig sind, dass das Gehirn schrumpfen kann! Gruselig nicht?


Also einigen wir uns darauf, dass der zusätzliche Kristallzucker langsam aus dem Essensplan verschwinden sollte und ab jetzt nur noch zu spezielleren Gelegenheiten gegessen wird.

Es ist wie mit dem Nicotin. Zigaretten galten lange Zeit als unbedenklich, bis man merkte, dass es uns schadet. Doch dann hatte sich unser Körper bereits an das Gift gewöhnt und es wurde schwierig wider davon loszukommen. Mit dem Zucker ist es fast gleich. Wenn wir etwas Süsses essen, werden wir vom Gehirn mit Dopamin belohnt und wollen noch mehr davon, ganz ähnlich wie das bei Drogen passiert! Denn aus körperlicher Sicht ist Zucker zuerst einmal super, er bringt sofort Energie, genauso wie die Zigarette zuerst einfach Entspannung bringt. Doch ist das kurze High vorbei, ist es schwierig für den Körper wieder in den «Normalzustand» zurückzufinden. War man mal in einem Hoch fällt man wieder in ein Tief bis die Mitte irgendwann einpendelt. Und dieses Tief ist unangenehm, das wollen wir natürlich mit dem gleichen Mittel beseitigen, welches uns das Hoch verschafft hat. Der Körper macht uns Lustgefühle danach, das haben wir ihm durch unser Tun beigebracht. Was er nicht weiss, macht ihn nicht heiss, doch jetzt weiss er, was ihn heiss macht! Und schon sind wir in einem Teufelskreis und werden auf Dauer süchtig. Mit der Zeit baut der Körper eine erhöhte Zuckertoleranz auf, was dem gleichen Gewöhnungseffekt entspricht wie bei Nicotin oder Alkohol. Man braucht immer mehr davon, dass die Lust befriedigt wird!

Denn Zuckerkreislauf zu durchbrechen ist so schwierig, weil die meisten von uns ja eine bestimmte Menge Zucker, also Kohlenhydrate nicht explizit Kristallzucker, essen sollten. Die American Heart Association empfiehlt für Frauen max. 25 g und für Männer max. 38 g Zucker am Tag. Achte also bei abgepackten Nahrungsmittel darauf, dass bei den Nährwertangaben pro 100 g nicht mehr als 10 g Zucker beinhaltet sind. Bei Drogen kann man einfach abstinent werden, bei Lebensmittel ist das nicht so einfach. Essgestörte Menschen können ihre Droge nicht einfach meiden, sondern müssen lernen, sie unter Kontrolle zu halten. Das ist gar nicht so einfach, deshalb verurteilen Sie sich nicht! Übernehmen Sie lieber Verantwortung und vergeben Sie sich auch, wenn Sie länger brauchen eine Gewohnheit zu ändern. Nehmen Sie sich als Endziel vor, einfach auf den zusätzlichen Zucker zu achten, der sich einfach vermeiden lässt. Das ist realistischer oder machbarer, als einfach keine Desserts mehr essen zu wollen, bis ans Lebensende.


Zuckerersatzstoffe

Wenn Sie eine Naschkatze sind müssen Sie sich das nicht krampfhaft abgewöhnen, denn Naschen liegt uns in den Genen. Der Mensch entwickelt eine Vorliebe für Süsses, weil z. B. in der Natur vor allem süsse Früchte ungiftig sind. Da es im Interesse unseres Körpers ist, dass wir eher keine bittere (ev. giftig!) Speisen zu uns nehmen, fördert er den Appetit auf Süsses (Kohlenhydrate = Energie), das erscheint ihm als sicher. Auch salzige Speisen mag er um an das lebenswichtige Natriumchlorid(Kochsalz) zu kommen, aber auch da können wir es natürlich übertreiben.


Nun wird in unserer Zeit des Wohlstandes dem Zuckerüberschuss gerne mit Zuckeraustauschstoffen (ja, auch die für Diabetiker) entgegengewirkt mit sehr mässigem Erfolg. Abgesehen davon, dass man weiss, dass dieser „falsche“ Zucker unserem Körper vormacht es würde richtiger Zucker kommen und dann enttäuscht, weil nichts kommt, wird damit das Verlangen nach Süssem weiter und noch mehr gefördert. Du musst dir vorstellen, dass dein Körper alle möglichen Mechanismen in Gang setzt, weil er wirklich mit Zucker rechnet. Er weiss das, weil du das Stück Kuchen mit deinen Augen gesehen und mit deinem Gehirn bereits die Verdauungsabläufe in Gang gesetzt hat. Der Speichel läuft ja schon bevor das Stück Kuchen in deinem Mund ist. Der Körper verkündet den Zellen, das Essen kommt. Diese planen das in ihre biochemischen Abläufe mit ein, die Bauchspeicheldrüse setzt Enzyme frei, dass der Zucker dann auch rechtzeitig in die Zelle eingeschleust werden kann. Timing ist sehr wichtig für den Körper. Altersdiabetes lässt grüssen, wenn Sie dieses sensible System ständig durcheinander bringen! Mein Ziel ist, dass ich auch mit 85 Jahren noch problemlos Kuchen essen kann!


Tja und dann – kommt kein Zucker! Also keiner den der Körper so erwartet hat! Kannst du dir das Chaos vorstellen, diese Not? Und jetzt verlangen diese wartenden Zellen den angekündigten Zucker und der Körper muss unbedingt umstellen! Tiefer Blutzucker kann tödlich enden! Die zuvor ausgeschütteten Enzyme verarbeiten das bisschen echten Zucker den sie noch im Blut finden können viel zu schnell. Damit dein Blutzucker nun nicht völlig in Keller fällt und du in Ohnmacht fallen könntest, schickt dir das Hungerzentrum doppelt und dreifaches Verlangen nach Süssem! Du wirst also schlussendlich viel mehr Zucker zu dir nehmen, bis du dich wieder wohl in deinem Körper fühlst und er das Schlamassel wieder stabilisiert hat.


Könntest du dir vorstellen, wenn dein Körper nun hin und wieder mit echtem Zucker und falschem Zucker über längere Zeit verwirrt wird, dass das jetzt nicht unbedingt deiner Gesundheit dient? Ich hoffe ich habe dir damit die Zucker-Alternativen ein bisschen unschmackhafter gemacht. Gönne dir lieber bewusst etwas Süsses mit echtem Zucker ohne Reue, dann ist dein Körper definitiv glücklicher. Du hast nur eine Bauchspeicheldrüse, gib Sorg zu ihr, das sie dir auch bis ans Ende deiner Tage gut dienen kann.


Damit Ihr Blutzucker über den Tag verteilt konstant bleibt hat viel damit zu tun, wie gut Ihr Körper allgemein Kohlenhydrate verwertet und wie oft er das am Tag tun muss. Je öfter Sie am Tag grosse Kohlenhydratmengen zu sich nehmen, desto öfter muss er den Blutzuckerhaushalt wieder ausgleichen. Je grösser diese Berg-Tal-Fahrten ihres Blutzuckers sind, desto öfter werden Sie mit dem Hungergefühl und dem Appetit nach Süssem gequält. Sie sehen, Sie haben es also selbst in der Hand. Versuchen Sie ihre grösseren Kohlenhydratmengen auf die drei Hauptmahlzeiten zu beschränken und in der übrigen Zeil lieber Nüsse oder Gemüse oder vielleicht ein Ei zu essen. Sie werden bald feststellen können, dass dieses Verlangen abnehmen wird, je weniger Sie ihm nachgeben. Nach neueren Forschungen bestätigt sich das bereits nach zwei Wochen reduzierter Fruchtzuckeraufnahme. Lassen Sie sich den Zucker im Morgenkaffee, die süsse Marmelade und das Dessert am Nachmittag. Meiden Sie lieber den Schokoriegel in der Kaffeepause und ersetzen Sie das süsse Bettmümpfeli vielleicht durch ein Glas ungesüsste Kokosmilch. Machen Sie kleine Schritte, die Grosses bewirken!


Also Achten Sie vermehrt auf diese Zutaten bei den Nährwertangaben auf Verpackungen. Einfachzucker oder Alternativen haben viele Namen: Kristallzucker, Glukose, Traubenzucker, Agavendicksaft, Aspartam, Dextrose, Fructose, Fruchtsaftkonzentrat, Honig, Maissirup, Maltit, Saccharin, Sorbitol, Stevia, Sucralose etc.


Irrtümer Obst

Obst ist gesund, das weiss jeder, doch in welcher Form man Obst zu sich nimmt macht einen grossen Unterschied. Fruchtsaft ist wirklich sehr süss und nicht gut für unsere Zähne. In einem Fruchtsaftpäckchen oder frisch gepresst können schnell mal der Saft von 5-10 Äpfel oder Orangen sein! Wir würden nie auf einmal so viel Obst essen, aber der Körper muss mit dem ganzen Fruchtzucker fertig werden. Da könne sie eigentlich auch gleich Cola trinken. Traubensaft hat sogar noch mehr Zucker als Limonade und darf wirklich als flüssigen Zucker betrachtet werden. Zudem fehlt beim Obst in Saft-Form das Fruchtfleisch was viel Ballaststoffe hat und unserem Darm gut tun würde. Bei frisch gepressten Saft mögen noch Vitamine vorhanden sein, doch bei Konzentraten sind die meisten weg. Auch bei transparenten Verpackungen gehen die lichtempfindlichen Vitamine kaputt. Bei einer Umfrage mit 250000 Personen ergab das Fruchtsaftgetränke schädlicher sein können, als etwa die gleiche Menge Limonaden. Wenn es also mal schnell gehen muss, machen sie sich lieber einen Smoothie aus so vielen Zutaten, die sie in etwa auch essen würden.


Dörrobst ist was den Nährwert betrifft noch ärmer dran als Fruchtsaft. Durch die Verarbeitung ist das Dörrobst zwar bequem aus der Tüte und Ballaststoffe nimmt es auch noch mit, doch der Rest ist Zucker, von Vitaminen keine Spur. Auch wenn getrocknete Mangos so viel gesünder aussehen als Schokolade, könnten sie gleich letzteres essen, was den Zuckergehalt betrifft. Greifen sie doch lieber zu frischem Obst, nehmen sie für Unterwegs ein Plastiktütchen mit um Schalen und Reste darin zu verstauen. Ob sie nun ein Päckchen Trockenobst oder die Schalen der gegessenen, frischen Früchte mit sich rumtragen, macht keinen Unterschied.


Richtig Trinken Zuckerwasser out

Trinken ist gesund, es schwemmt alle Abfallprodukte aus dem Körper, transportiert Nährstoffe an die richtigen Orte und versorgt die Schleimhäute mit genügend Feuchtigkeit so, dass keine Reizungen entstehen. Trinken kann bei Kopfschmerzen und Allergien sehr viel bewirken und lässt uns allgemein jünger aussehen, weil unsere Haut strahlen kann.


Trinken ist jedoch nicht immer gesund, wenn zu viel Zucker oder Süssungsmittel mit dabei ist. Bereits ab 1-2 Getränken wie Limonaden oder Softdrinks steigt das Diabetesrisiko um 25%, kommt noch weiteres dazu, gibt es zusätzliche 19% Risiko auf Herzkrankheiten. Eine Harvard-Studie schätzt das in der USA ca. 180’000 vorzeitige Tode auf gezuckerte Getränke zurückzuführen sind. Getränke mit Süssstoffen sind da keinesfalls besser, sie feuern das Verlangen nach Zucker noch mehr an. Besser sind Tee Kaffee und natürlich Wasser. Kaffee leidet manchmal unter seinem Ruf, doch neuste Studien loben vermehrt die Qualitäten des Röstgetränks. Kaffee wirkt wahrscheinlich lebensverlängernd, die Antioxidantien schützen vor Krebs, vor geistigem Niedergang, er hebt die Stimmung und verhilft zu mehr Ausdauer. Bei einer Studie mit 50000 Frauen zeigte sich, dass 2-3 Tassen Kaffee die Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken um 15% sinkt, vier und mehr Tassen steigern dies auf 20%. Auch bei Tee ist der Grüntee ganz weit vorne. Er unterstützt ebenfalls die Krebsabwehr, lässt Entzündungen abklingen, ist gut für Gehirn und Haut und unterstützt beim Lernen das Gedächtnis. Vermeiden sie es jedoch Spätnachmittags und am Abend koffeinreiche Getränke zu konsumieren, ihr Schlaf wird es Ihnen danken.


Junkfood

Jemand hat einmal sehr treffen gesagt: Die Welt der Fettleibigen dreht sich um Kohlenhydrate, nicht um Fett. Helles Mehl (Brot und Nudeln) und weisser Reis sind in unserem Körper sehr schnell zu Glucose abgebaut, deshalb sättigen sie nicht so gut. Beim Reis kommt wenigstens ein bisschen wertvolles Kalium dazu, doch das ändert nichts an der hohen Kohlenhydrat Menge, die wir davon futtern müssen, um satt zu werden. Forschungen lassen vermuten, dass eine Einschränkung beim Kohlenhydratkonsum das Wachstum von Krebstumoren um 50% sinken lässt. Dabei sind diese Lebensmittel sehr günstig und schnell zubereitet. Da wir von Natur aus mehr auf Kohlenhydrate gepolt sind statt auf Eiweiss, ist das ein sehr unfairer Kampf. Unser Gehirn belohnt uns mit Dopamin, wenn wir Kohlenhydrate essen, so dass wir automatisch immer mehr Lust auf Zucker haben als auf was anderes. Trotzdem fanden Wissenschaftler der Harvard Universität heraus, dass Kohlenhydrate ein absolut nicht notwendiger Nährstoff für den Menschen sind. Wir könnten uns also theoretisch Kohlenhydratfrei ernähren, wären jedoch vermutlich nicht so glücklich dabei, ohne das Dopamin.


Halten sie die Augen offen. Der Lebensmittelmarkt weiss um die Verführung des Zuckers. Viele ach so natürlich und gesund angepriesene Frucht oder Getreideriegel sind Zuckerbomben. Denn Zucker ist sehr wohl natürlich, jedoch ungesund in dieser Menge.


Märchen nicht mehr glauben: Gesundes Brot

Brot der Dickmacher ist uns mittlerweile bekannt und Brot ist nicht gleich Brot. Im Hinblick das wir uns zu wenig Bewegen, stimmt es womöglich sogar. Es ist vor allem entscheidend in welcher Kombination es gegessen wird. Die Wissenschaft hat zur Bestimmung kohlenhydrathaltiger Lebensmittel, wie Brot, in Bezug auf den Blutzuckerspiegel den glykämischen Index (GI) definiert. Das ist besonders für Diabetiker wichtig, die auch in Broteinheiten rechnen. Dabei hat Vollkorn einen höheren GI als Weissbrot und Zucker, ist also schlechter für den Blutzucker. Wobei ich auch die glykämische Last kurz erwähnen möchte, denn die rechnet auch die grobe Menge mit ein, denn wir würden nie so viel reiner Zucker ohne nichts wie dieselbe Menge Brot zu uns nehmen. Beim GI hat man aber gemerkt, dass wenn Brot mit Butter weniger hat….mit Milchprodukten mehr etc.


Fleisch + Pommes = Übergewicht

Fleisch wird gerne auch mit Männlichkeit gleichgesetzt, besonders wenn es in grossen Mengen daherkommt. Am besten passt dazu Kartoffel, häufig in frittierter Form, was vor allem Jungs gross und stark machen soll. Das diese Kombi vor allem gross und übergewichtig macht, wurde in vielen Studien bereits bewiesen. Sie schlägt sogar stärker ins Gewicht als Süssigkeiten und Desserts. Schlimmer als Wurstwaren und rotes Fleisch soll besonders Frittiertes sein, wie z. B. Pommes. Es sich hin und wieder mal zu gönnen ist kein Problem, doch der regelmässige Genuss führt zu längerfristigen Gesundheitsstörungen. In einer umfangreichen amerikanischen Studie mit 100000 Probanden ergab, die über 28 Jahre lang beobachtet wurden, dass der tägliche Verzehr von rotem Fleisch und Wurstwaren ein grosser Risikofaktor darstellte. Es zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit während dieser Zeit zu sterben bei 20%, also bei jedem 5. lag, wenn man täglich 2 Scheiben Schinken oder ein Würstchen ass! Ausserdem ergab sich ein erhöhtes Herzrisiko bei 21% und ein Risiko an Krebs zu sterben bei 16%.


Energie: Fettkater

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass gewisse Nahrungsmittel unsere Energie zu- und abnehmen lassen. Fettreiche Speisen, insbesondere Transfette aus industriell hergestellten Speisen, können uns aggressiver, reizbarer, lethargisch und launisch machen und es besteht ein 48% Risiko an Depressionen zu erkranken. Besonders die klassischen Seelentröster bei Frustessen wie Backwaren und Fastfood halten Depressionen auch lebendig! Solch ein «Fettkater» von zu vielen, falschen Fetten kann man sich nicht an Tagen leisten, wo man besonders viel machen muss oder z. B. gerade ein wichtiges Ehegespräch angesagt ist. Wenn sie jedoch viel Obst und Gemüse essen lenken sie ihre Stimmung, nach der Wissenschaft, in die richtige Richtung. Sie werden gelassener sein, glücklicher und verfügen dann über mehr Energie.


Täglich neu entscheiden Entschlossen einkaufen

Die Entscheidungen beim Einkauf sind massgeblich für ihre Gesundheit. Einmal eingetütet und zu Hause ausgepackt, hindert Sie kaum noch etwas, dass Sie dieses auch essen, schliesslich haben sie dafür bezahlt. Auch wenn es nur für Besuch oder sonst einen Anlass gedacht war. Wenn Sie Ihre Schwächen kennen, sind Sie sich bereits einen Schritt voraus, bringen Sie sich nicht in Versuchung. Überlegen Sie sich zuhause, was Sie in den nächsten Tagen kochen möchten und schreiben Sie dazu ihren Einkaufszettel. Gehen Sie nie mit leerem Magen einkaufen, dieser wir Ihnen ein schlechter Berater sein.


Einfache Schritte Leicht verderbliches

Leicht verderbliches wie frisches Obst und Gemüse sind gesünder als lang haltbare Sachen. Die lange Haltbarkeit von Lebensmittel wird oft durch chemische Zusatzstoffe, viel Zucker oder Salz erreicht. Wenn sie sich jedoch auf mehr Gesundes konzentrieren, werden sie womöglich öfters einkaufen gehen müssen. Durch das frisches Obst und Gemüse schneller schimmelt, müssen jene auch so schnell wie möglich gegessen werden, wenn Sie das Geld nicht aus dem Fenster werfen wollen. Vielleicht motiviert sie dies auch eher danach zu greifen, wenn sie Hunger verspüren.


Etikettenschwindel

Marketingtricks gehören zu Supermarktalltag. Bei einer Befragung von ernährungsbewussten Menschen wurde erkannt, dass diese eher zu ungesunden Lebensmittel greifen, wenn ihnen suggeriert wird, jene seien gesund. Wird ein Produkt als «Salat» angepriesen statt «Nudelgericht» oder Fruchtgummis statt Kaubonbon, Vitamindrink statt Zuckerwasser, Smoothie statt Milchshake, vegane Gemüsechips statt Kartoffelchips, denken wir immer ersteres sei gesünder, obwohl es dasselbe Produkt ist. Es ist keine Lüge, was darauf steht, es ist aber auch nicht die ganze Wahrheit. Diese ist vermutlich kleingedruckt irgendwo am Rande auf der Rückseite zu finden, wo man nicht zuerst hinschaut. Von diesen ganzen Etikett-Versprechungen, kann einem ganz schön schwindelig werden. Oftmals wird mit z. B. «3g Ballaststoffen» gross auf Verpackungen von Müsli beworben, sieht man genauer hin, tauchen kleingedruckt 25g Kohlenhydrate auf(davon 12g Zucker) und 1g Eiweiss, dann sind die 3g Ballaststoffe eigentlich ziemlich lachhaft. Besonders wenn Kinder umworben werden geht es um Zucker, Zucker, Zucker. Also lassen sie sich nicht für dumm verkaufen!


Bio ist nicht immer gesund

«Bio» meint, das ein Produkt oder ein Tier ohne Kunstdünger, ohne Gentechnik, jeglichen chemischen Mitteln oder Zusatzstoffen angebaut wurde, bzw. mit rein biologischen Tierfutter ernährt wurde, etc. Bei Obst und Gemüse, die mit Schale gegessen werden und bei Fleisch, macht Bio für den Verbraucher durchaus Sinn. Viele Leute assoziieren Bio aber mit «generell weniger schädlich für den Körper», egal was für ein Lebensmittel mit Bio bezeichnet wird. Brauner Bio-Zucker ist trotzdem Zucker und Fair-Trade-Schokolade hat gleich viel Kalorien wie jede andere Schokolade. Lass dich nicht von dem grünen und fairen Kleber verwirren es wurde schlussendlich auch aus werbetechnischen Gründen angebracht und ist kein Etikettenschwindel.


2. Was ist besonders gesund?






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