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Seelsorge

"...Für Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz."  

Bibel, aus 1. Sam 16, 7 (HFA)

Image by Edwin Andrade

Innerer Kompass

1. Das eigene Herz verstehen

  • "Mehr als alles hüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus."

  • "Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben."  

Spr 4, 23 (SLT & GNB)

Jeder Mensch trägt eine eigene Geschichte in sich. Erfahrungen, Überzeugungen und Entscheidungen prägen seinen Blick auf sich selbst, auf andere und auf Gott. Sein Herz zu hüten bedeutet für mich, aufmerksam auf das zu werden, was unser Denken, Fühlen und Handeln lenkt.

 

Unsere Gedanken sind nicht nebensächlich – sie beeinflussen unsere Wahrnehmung, unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen und unseren Lebensstil. Daraus entsteht eine persönliche Lebenslogik, einen Werte-Kompass, der uns durchs Leben steuert.

2. Der Mensch und seine Berufung

Meine Wertegrundlage ist das christliche Menschenbild. Ich glaube, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist. Daraus entsteht seine Würde. Der Mensch hat Würde, bevor er etwas leistet oder verändert.

 

Unser Wille und Selbstachtung

In der Bibel beeindruckt mich, wie Jesus Menschen begegnet. Obwohl er ihre Not sieht, übergeht er sie nicht. Er nimmt sie als Personen ernst und begegnet ihnen mit Würde und Respekt.

 

Zum Gelähmten am Teich Bethesda fragt er: „Willst du gesund werden?“

Johannes 5,6

 

Dem blinden Bartimäus stellt er die Frage: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“

– obwohl seine Blindheit offensichtlich ist. Markus 10,51

 

Jesus begegnet Menschen nicht zuerst mit einer fertigen Lösung, sondern mit echtem Interesse an ihrer Person. Er gibt ihnen Raum, ihre eigene Situation auszusprechen, und lädt sie ein, sich ihrer Sehnsucht und ihrer Verantwortung zu stellen.

 

Diese Haltung soll auch meine Begleitung prägen. Ich möchte Menschen nicht drängen sich vorschnell zu ändern. Ich möchte ihre Beweggründe verstehen, sie ermutigen, ihre innere Lebenslogik ernst nehmen und gemeinsam Zusammenhänge entdecken.

 

Ich glaube, dass echte Veränderung dort beginnen kann, wo ein Mensch sich selbst besser versteht.

 

Nicht immer gibt es eine einfache Antwort. Aber jeder Mensch gewinnt, wenn er sich selber besser versteht.

Dabei berührt mich auch das Thema Berufung. Ich glaube, dass jeder Mensch einzigartig geschaffen ist und dass es wertvoll ist, die eigene Persönlichkeit, die eigenen Begabungen und die eigene Lebensgeschichte besser zu verstehen. Berufung bedeutet für mich nicht, einem bestimmten Ideal entsprechen zu müssen, sondern immer mehr zu erkennen, wie Gott einen Menschen gedacht hat und wie er seine Gaben einbringen kann.

 

3. Individualpsychologische christliche Seelsorge

Die Seelsorge, die ich anbiete, ist somit eine analytische, individualpsychologische christliche Seelsorge, wie ich sie am Institut für Christliche Lebens- und Eheberatung (ICL) gelernt habe. Der Christliche Glaube ist aber keine Vorraussetzung für eine Begleitung.

Es handelt sich nicht um reine Gebetsseelsorge. Ich bin jedoch offen für Gebet, wenn dies gewünscht ist, auch für hörendes Gebet. 

 

Für mich ist Jesus das Licht der Welt. Er bringt Licht ins Dunkle, Klarheit, Wahrheit und Erkenntnis in Verborgenes, ganz nach Johannes14,6 und Daniel 2,22. Individualpsychologie ist dafür sehr dienlich.

3. Selbsterkenntnis und Nachfolge

"Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene."

Rö. 12,2 (LUT)

 

Für mich gehören Selbsterkenntnis und Glaube zusammen. Nachfolge heisst für mich, in der Autorität von Jesus Christus leben lernen.

 

Manchmal tun wir uns damit schwer, wenn uns unbewusste Lebenslügen daran hindern. Dann sind wir verführbar für ein Verhalten, das uns und anderen nicht gut tut. Dann dürfen wir "unsere Sinne" erneuern und frei werden. "So hat uns Christus also wirklich befreit. Sorgt nun dafür, dass ihr frei bleibt, und lasst euch nicht wieder unter das Gesetz versklaven." Gal 5,1

Gesinnungsänderung, Umkehr, gehören in unsere Verantwortung, für mich bedeutet das auch SelbstcourageMut zur Selbstreflexion​. 

 

Gott schaut in unser Herz. Er sieht unsere Gesinnung, unsere Einstellung  - und das ist gut. Denn durch Gottesbewusstsein können wir ein ganz neues Selbstbewusstsein erlangen: Selbstvertrauen durch Gottvertrauen.

 

"Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." 

2. Tim. 1,7

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