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Mein Platz in der Geschwisterreihe

Was die Position in der Geschwisterkonstellation über uns verrät

Die Familie ist die Werkstatt der Persönlichkeit. So ist gerade die Konstellation aus Brüdern und Schwestern in der wir aufwachsen, ein grosser Entwicklungsfaktor für unser soziales Verhalten. Je nach Platz in der Geburtenfolge, hat man einen "positionsbedingten Vorteil" bestimmte Fähigkeiten zu erlernen. So spricht man auch vom "geschenkten Besonderen".

Hier ein Auszug aus meinen Beratungsunterlagen tendenzielle "Stärken/mitbekommene Begabungen" durch die Geschwisterposition.

Einzelkind

ohne Geschwister
(oder der Abstand zum vorherigen und/oder nachfolgenden Kind ist über 5 Jahre)

  • gewissenhaft, konservativ, kritisch, vorsichtig, ernsthaft

  • sind sehr gute Beobachter

  • nicht eifersüchtig, da sie ohne Wettbewerb unter Geschwister aufwachsen, sind ihnen Aufmerksamkeit und ungeteilte Liebe sicher, sie sind oft der Stolz der Familie

  • haben gutes Selbstvertrauen, nehmen es nicht aus Leistung, sondern aus der Zuwendung der Eltern (Ich bin angenommen und wichtig für andere)

  • dominant, wortgewandt, perfektionistisch

  • können sehr gut alleine etwas tun und lösen ihre Probleme auch alleine

  • können gut mit Erwachsenen, bevorzugen ältere Freunde, die ev. sogar wie «Mamas oder Papas» sind

  • ihr grösster Schatz sind ihre Eltern oder ihr Partner, sie sind weniger materiell

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Ältestes Kind

das Erstgeborene von min. zwei Kinder

  • Eltern sind wie Kapitäne, Älteste wie Steuermänner, die weiteren Kinder wie die Mannschaft - Älteste kennen den Spagat von Anforderungen und Bedürfnissen

  • sie sind sehr flexibel, denn die Erziehung der Eltern ist beim ersten Kind noch nicht so abgestimmt, darum haben sie mehrere Gesichter und Rollen

  • sie sind Verteidiger, traditionell, konservativ, Familienbewahrer, «Erben der Krone», erben den Familientitel, die Würde, die Anforderungen und die geistigen und materiellen Werte

  • sie sind nach oben orientiert (zu den Erwachsenen hin), respektieren Autorität und haben sie auch gerne (oft Uniformierte, Lehrer, Erzieher), sie brauchen diese klare Strukturen für den Durchblick

  • sie haben oft führende, leitende, erziehende Rollen, sind verantwortungsbewusst, pünktlich, haben ein grosses Organisationstalent

  • sie sind stark konzentrationsfähig, sehr leistungsbezogen, gewissenhaft, haben einen Forschungsdrang, sind in der Schule oft besser als andere, studieren öfters (oft Wissenschaftler), der Beruf ist ihnen wichtig, denn sie erschaffen sich gerne Besitz in Form von Wissen oder materieller Sicherheit

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Zweitgeborenes Kind

bei drei oder vier Kindern

  • sie nehmen die Dinge leichter, nicht mit zu viel Anstrengung, sind genussvoll, entspannt, humorvoll, haben eine Leichtigkeit, Frohsinn, sind glücklicher und werden nicht so schnell verbittert

  • sie orientieren sich an Ältesten, sind ihnen aber oft am Verschiedensten, leben deren Gegenteil

  • sind diplomatisch, gute Verhandler (arrangieren sich mit dem Ältesten), können sich gut anpassen ohne ihre Persönlichkeit zu verlieren

  • besitzen eine hohe Sensibilität und Einfühlungsvermögen, sind daher eher Bauchentscheider, Gefühlsmenschen, Träumer, sensibel

  • sind gute Freunde, Begleiter, Mitläufer, Mitspieler, haben gute Beziehungen und guten Teamgeist, sind empathisch, kompromissbereit, freundlich

  • ihr hohes Beziehungswesen ermöglicht ihnen tiefere Erlebnisse mit Gott, als andere

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Drittgeborenes Kind

bei vier Kinder

  • es gibt drei Arten von Mittelkinder, die Kämpfer, die Resignierten oder die Diplomaten, sie sind entweder Helden, Pioniere, Heilige, Künstler oder enttäuschte Menschen-Verächter

  • grosses Bedürfnis nach Zugehörigkeit! Gibt sich sehr Mühe gleich zu sein und will auch andere integrieren

  • sehr gutes Durchhaltevermögen

  • hohe Sozialkompetenz, sozial intelligent, diplomatisch, kompromissbereit, gute Vermittler, versuchen sich stets zu arrangieren

  • können sich ganz unbefangen mit Tod und Selbstmord befassen, in einem sehr neutralen Verhältnis

  • ihr Freundeskreis ist nicht selten wichtiger als ihre Familie, dort ist für sie ihr Platz klarer

  • oft haben sie eine Vereinszugehörigkeit, sind in einem Mannschaftssport, denn sie verfügen über einen sehr guten Teamgeist, gute Mitmachen/Mitläufer

  • sie sind grosse, risikofreudige Kämpfer für sich und für andere! Identifizieren sich mit Schwächeren oder ungerecht Behandelten, dieses Gefühl macht sie aggressiv, aber sie haben ein Herz für Ausgestossene, daher findet man sie nicht selten in Randgruppenarbeit oder gemeinnützigen Vereinen

  • sie sind Menschen der Zukunft! Sie haben sehr gute unkonventionelle Lösungswege für Probleme, sie sind Wegbereiter und wollen besonders hervorstechen, mehr als alle anderen!

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Jüngstes Kind

das Letztgeborene

  • charmant, verspielt, leichtlebig, fröhlich, lehnen gerne an

  • wird ihnen als Jüngste nichts zugetraut, sind sie bestrebt es allen zu zeigen! Frei nach dem Motto: Ich kam zwar als Letzter, werde aber nicht zu kurz kommen!

  • sie sind oft schlauer mit mehr Geschwistern, da sie viele Vorläufer/Vorbilder vor sich haben, von denen sie Gutes übernehmen können und nicht dieselben Fehler machen müssen. Daher sind sie oft vielseitig begabt

  • sehr gute Geschäftemacher!

  • sie haben mehr Zeit ihre Persönlichkeit zu entwickeln, da sie kein Druck durch ein weiters jüngeres Kind haben. So sind sie spontaner, kreativer, können selbständiger werden als andere, profitieren zudem durch grösseres Vermögen, wenn die Eltern nicht mehr so jung sind

  • teamorientiert, seltener Führungskraft, wenn aber doch, sind sie Freund und Vorbild, haben am wenigsten Vorurteile anderen gegenüber

  • sie möchten von allen geliebt und geschätzt werden, haben eine gute Beziehungspflege, sind menschenorientiert und freundlich, eher weniger materiell

Zwillinge / Mehrlinge

Einzigartige im Doppelpack

  • oft wird unbewusst untereinander geregelt wer Älteres und Jüngstes, ev. sogar Zweites, Drittes ist (siehe Beschreibungen)

  • da sie keinen Altersabstand haben ist die (unbewusste) Rivalität grösser, denn gerne wird die Gleichheit noch von den Eltern betont, sie haben aber eine gesunde Sehnsucht nach Individualität

  • so können sie sich zeitweise stark voneinander abgrenzen, haben aber mehr Mühe sich vom anderen zu lösen, da sie Sicherheit in ihrer Zweierbeziehung finden (gleichgeschlechtliche sind stärker davon betroffen)

  • sie flüchten daher eher in sehr intensive Beziehungen